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Wasserversorgung

Die Wasserversorgung

Bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts haben sich die Bürgerinnen und Bürger von Esshoff aus Hausbrunnen und Dorfteichen mit Wasser versorgt.  Dann kam der Wunsch auf, eine eigene, zentrale Wasserversorgung mit Leitungen in jedes Haus zu erhalten. 

In einem Ausschnitt aus der Westfalenpost  -  Westfälischen Rundschau vom   04. November 1958 war zu lesen:

Ein Werk der Gemeinschaft, kleine Gemeinde Esshoff baut Wasserleitung

Es war ein trüber November-Spätnachmittag. Durch den Nebel rollte der Wagen der Amtsverwaltung Bigge mit Amtsdirektor Ochsenfeld, Amtsbaumeister Hammer und Kreiskulturbaumeister Wagner an Bord zu dem abseits der großen Verkehrstrasse, im Walde liegenden Dörfchen Esshoff. Vor der kleinen Schule, wo tagsüber Lehrer Weiner das Dutzend Kinder unterrichtete, hielt der Wagen. Im Schulstübchen war es gemütlich warm. Allmählich trafen auch Gemeinderäte und Einwohner ein, und als man die Anwesenheitsliste aufstellte, traf es sich ein, das achtmal der Name "Völlmecke" vertreten war. Neben 16 Männern befand sich auch eine Frau darunter.

Kurz und knapp eröffnete Bürgermeister Luse die Versammlung: "Ihr wisst alle, worum es geht. Es geht ums Wasser". Amtsdirektor Ochsenfeld gab einen Überblick über die Vorgeschichte dieses Projektes, das der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung schon formell beschlossen hatte. Er wollte nur noch die Gewissheit haben, ob die Gemeindeeinwohner "mitziehen".

Schon 1948 war in Esshoff der Wunsch nach einer Wasserleitung laut geworden, aber nie ist das Vorhaben aus dem Stadium der Vorplanung herausgetreten. Ein Beschluss wurde nicht gefasst, da man die hohen Kosten scheute. "Heute wollen wir die Akte schließen - so oder so" betonte der Amtsdirektor. Kreiskulturbaumeister Wagner wartete mit den Ergebnissen einer über 12 Monate sich erstreckten Quellmessung auf. Danach schüttet die untere Quelle zwischen Ebberg und Butterberg in 24 Stunden 19 Kubikmeter Wasser.

Esshoff braucht pro Tag etwa 8 Kubikmeter. Für die 1.200 m lange Rohrleitung, für den 80 Kubikmeter fassenden Hochbehälter auf dem Ebberg, für den Sammelbrunnen an der Quelle mit 10 Kubikmeter Fassungsvermögen und die elektrische Stromzufuhr werden 56.000 DM benötigt.

Zu dem Finanzierungsplan gab Amtsdirektor Ochsenfeld einige Erläuterungen: 28.000 DM Beihilfen, 9.600 DM durch Hand- und Spanndienste (pro Haus 80 m Graben-Auswurf), 18.400 DM  Eigenleistung der Gemeinde durch Aufnahme eines Darlehns. Bei der Finanzierung ergibt sich für die Einwohner ein Wasserpreis von 91 Pfennig pro Kubikmeter Wasser.

Nun hofft die Gemeinde zuversichtlich, dass auch der Kreis, wie schon bei vielen anderen Gemeinden, ein offenes Ohr und eine offene Hand hat, wenn sie ihn um einen Zuschuss bittet, damit der Wasserpreis auf ein für die Bewohner erträgliches Maß gesenkt werden kann.

Nach  den allgemeinen grundsätzlichen Ausführungen konnte sich nun die Versammlung äußern. Zuerst herrschte wie immer in solchen Fällen Schweigen. Als aber der anwesende Grimlinghauser Bürgermeister Stremmer, betonte, dass Grimlinghausen auch erst vor noch nicht langer Zeit eine Wasserleitung erhalten habe und heute niemand mehr sie missen möchte, meldete sich dieser und jener zu Wort. "Wenn schon Eigenleistung, dann wollen wir gleich im Frühjahr damit beginnen die Gräben auszuwerfen, im Sommer haben wir keine Zeit und im Herbst wird es früh dunkel", meinte einer.

Nein, gegen eine neue Wasserleitung hatte niemand etwas einzuwenden und so gab es auch keine Schwierigkeit als es hieß, die Verpflichtungserklärung für den Hand- und Spanndienst zu unterschreiben.

Amtsdirektor Ochsenfeld sagte abschließend: "Da haben Sie also endlich den denkwürdigen Beschluss gefasst!"

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